Von den Kanälen in die Alpen: Venedig-München

Und los geht’s! Gestern Abend haben wir noch Venedig erkundet, und heute morgen saßen wir endlich auf unseren Fahrrädern und starteten unser E-Bike-Abenteuer. Zunächst überquerten wir die Lagune auf der 4 Kilometer langen Brücke, die Venedig mit dem Festland verbindet. Anschließend fuhren wir durch kleine italienische Dörfer sowie durch endlose Felder und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Noale und Castelfranco Veneto waren heute unsere wichtigsten Zwischenstopps – auf die hervorragenden italienischen Kaffees und Mittagessen konnten wir natürlich nicht verzichten. Nun haben wir Bassano del Grappa erreicht, unser wunderschönes Tagesziel.
Nach einem köstlichen Abendessen in einem "Slow Food" Restaurant (danke Rebecca) mitten in Bassano del Grappa, einem Prosecco aus dem Valdobbiadene und natürlich einem Grappa, hat erst mal jeder gut geschlafen. Das Frühstück in unseren Boutique Hotel war liebevoll zubereitet und der Cappuccino war außergewöhnlich. Nichts steht einem spannenden Tag mehr im Weg - also Helme auf und los gehts! Stopp - zuerst noch ein kurzes Briefing über die Geschichte des Monte Grappa und die Region. Wir haben uns hoch hinaufgeschraubt auf den Monte Grappa, viele, viele Kehren - ok, nicht mit den Rädern, sondern mit dem Van. Die Aussicht und die Eindrücke oben waren faszinierend und deprimierend zugleich. Dann ging es entlang der Brenta zum Levico See. Ein wunderbarer Tag!
Für heute waren knapp 90 km Radfahren geplant – zunächst auf Schotterwegen entlang des Lago di Levico, ein kurzes Stück auf normalen Straßen und zu 90 % auf dem berühmten Etsch-Radweg. Unser erster Stopp war Trient, wir parkten direkt vor dem historischen Dom San Vigilio. Wir besichtigten die beeindruckende Kirche, schlenderten noch ein wenig durch die Stadt und beendeten unseren Besuch mit dem obligatorischen Cappuccino. Von Trient aus folgten wir der Etsch. Ein hervorragend gepflegter Radweg führte uns durch endlose Apfelplantagen. Am Nachmittag erreichten wir Bozen, wo wir natürlich den berühmten „Ötzi“ besuchten. Nun können wir den Abend in den lebhaften Straßen von Bozen genießen. Wir müssen uns nur noch für eines der vielen Restaurants für unser letztes Abendessen in Italien entscheiden – morgen geht es weiter nach Österreich!
Im schönen Luna Mondschein Hotel und im lebendigen Bozen hätten wir gut und gerne noch ein paar Tage verbringen können. Aber es geht heute weiter der Eisack entlang Richtung Innsbruck, Österreich, der Hauptstadt Tirols. Klausen lädt uns auf einen ersten Stopp ein. Eine friedliche, entspannte Atmosphäre mit wunderschönen Blicken hoch zur Burg - da kann man doch einen Cappuccino genießen. In Brixen, der ältesten Stadt Südtirols, bestaunen wir den Domplatz. Fresken aus dem 15. Jahrhundert schmücken die Kirche. Wir radeln immer weiter der Eisack entlang, meistern eine etwas anspruchsvolle Umleitung und gelangen zur Franzensfeste. Ein massives Fort und eine interessante Ausstellung über den Brenner Basis Tunnel lässt uns staunen. Damit noch Zeit für einen Stadtrundgang in Innsbruck bleibt, verladen wir die Räder und fahren über den höchsten Punkt - den Brenner Pass in Tirols Hauptstadt.
Heute Nacht hat es geregnet – aber als wir um neun Uhr unsere Tour starteten, war davon nichts mehr zu sehen. Wir verließen Innsbruck entlang des vierten Flusses unserer Tour, des Inns. Nach einem kurzen Stopp in der mittelalterlichen Stadt Hall ging es weiter nach Wattens, der Heimat der weltberühmten Swarovski-Kristalle. Wir besichtigten die beeindruckende Ausstellung und luden anschließend unsere Fahrräder in den Van, der uns hinauf zum Achensee brachte. Wir folgten seinem klaren, türkisfarbenen Wasser nach Norden und erreichten schließlich die Grenze zu Deutschland. Hier trafen wir auf Fluss Nummer fünf, die Isar, und folgten ihr bis zu unserem heutigen Ziel, Bad Tölz.
Wir müssen das herrliche Hotel Bergeblick in Bad Tölz verlassen. Leider ist auch der letzte Fahrtag dieser schönen Tour angebrochen. Wir biegen kurz nach Bad Tölz Richtung Starnberger See ab, denn da gibt es nicht nur die meisten Millionäre in Deutschland sondern auch das König Ludwig Denkmal. Dann geht es zurück zur Isar und entlang der Isar in Bayerns Hauptstadt, die sich rüstet für das Oktoberfest.
