SLOVENIEN UND DER ALPE ADRIA FAHRRADWEG

Nachdem Ursula die gesamte Ausrüstung gepackt und in die slowenische Hauptstadt gefahren hatte, war es an der Zeit, die Fahrräder zu polieren und alles für das Begrüßungsbriefing vorzubereiten. Wir waren in einem wirklich schönen Art-Deco-Hotel im Zentrum von Ljubljana untergebracht. Mit diesem Flair haben wir uns daran gemacht, unseren 6 Gästen die Fahrräder zu zeigen und die Sitze anzupassen, während jeder sie in der Fußgängerzone vor unserem Hotel ausprobieren konnte. Nachdem das erledigt war, war es an der Zeit, die Stadt zu erkunden und uns auf dem Weg zum Abendessen kennenzulernen. Das vom Michelin Guide ausgezeichnete Restaurant hat den perfekten Rahmen für Cheryls Geburtstag bereit gestellt. Eis auf dem Heimweg rundete unseren Begrüßungstag ab.
Wir fahren auf die Berge zu, die Julischen Alpen mit dem Triglav National Park. Das Frühstück war hervorragend, das Wetter ist perfekt fürs Fahrradfahren - also Helm auf und los gehts. Fabian überrascht uns mit einem Snack am Wegesrand. Kalte Melone und Manner Schnitten - herrlich. Kranj ist unser erster Stop. Die Häuser im gotischen Stil, das alte Rathaus und die schöne Kirche geben dem Ort das historische Flair. Kein Wunder dass die gesamte Altstadt unter Denkmalschutz steht. Bled, sein Alpensee mit dem berühmten Inselchen und der hoch über dem See thronenden Burg sind unser Tagesziel. Das "Old Bled House", ein wirkliches Kleinod, beherbergt uns für die Nacht.
Auf Wiedersehen Bled - es geht nach Italien. Wir radeln entlang der Radnovna, einem kleinen Gebirgsbach am Rande des gewaltigen Triglav Massivs. Vom Leben im Tal zeugen alte Sägewerke und Mühlen entlang des Flusses. Wir erreichen Kranjska Gora, den bekannten Wintersportort in den Julischen Alpen, Treffpunkt für outdoor Sportler aller Art. Dann gibt es eine kleine Überraschung am Wegesrand. Und kurz darauf passieren wir die italienische Grenze und erreichen Tarvisio. Man kann schon die Cappuccino Tassen klappern hören.
Was für ein Tag! Wir wussten es wird ein super Fahrtag aber wir waren dann doch überwältigt. Ok der Reihe nach - Frühstück, Briefing, Start auf dem Radweg durchs Canal Tal. Der Radweg ist durchgehend geteert, eröffnet unglaubliche Ausblicke auf die Berge, geht durch Tunnels, vorbei an Wasserfällen, über Brücken, mäandert rechts und links vom Tagliamento. Ah der Tagliamento - das ist der letzte unverbaute, wilde Alpenfluss, bis zu 2 km breit, mystisch und wunderschön. Chiusaforte ist der erste Stopp. Eine Kooperative von jungen Leuten betreibt ein Kaffee/Bistro in einer alten Bahnstation. Super coole Stimmung dort, tausend Radler, perfekter Kaffee und gute Cornetti. In Venzone gibts eine Geschichtslektion. Das Erdbeben 1976 hat alles zerstört. Der Ort ist mühsam aber stetig auferstanden wie der Phönix aus der Asche. Wir besichtigen die Mumien und "Il Gobbo" und gönnen uns Pasta, Pizza und Affogato. Es geht weiter am Tagliamento entlang. Mit einem 24 km/h Schnitt kommen wir um 16 h ! in San Daniele an, nach tapferen 85 km und lassen den Tag bei Schinken und Bier ausklingen.
