Die Seen des Salzkammerguts

Heute ist ein besonderer Tag – unser Kennenlerntag! Wir beziehen unser Quartier im charmanten Hotel *Zum Hirschen*. Am Nachmittag treffen wir uns zum offiziellen *Welcome Briefing*: Die Route der nächsten Tage wird vorgestellt, Tipps werden geteilt und die Vorfreude wächst spürbar. Im Anschluss spazieren wir gemeinsam durch das sommerlich-nasse Salzburg. Die Getreidegasse zeigt sich von ihrer ruhigen Seite – ein Hauch von Mozart liegt in der Luft. Natürlich darf ein Stopp beim legendären Bosna-Stand nicht fehlen – ein echter Klassiker! Und mitten im bunten Treiben der Salzburger Festspiele erleben wir die Stadt in voller kultureller Blüte. Den krönenden Abschluss bildet ein festliches Abendessen im urigen *Zirkelwirt*. Das Essen ist fantastisch, die Stimmung fröhlich und warmherzig – wir feiern Albert, der gestern seinen 80. Geburtstag beging. Ein ganz besonderer Moment in gemütlich-lustiger Runde. Jetzt geht’s müde, aber zufrieden ins Bett. Der morgige Tag verspricht ein echtes Abenteuer zu werden – vielleicht sogar ein nasses. Aber wir sind bereit!
Das Frühstück in unserem Hotel Hirschen war schon mal wunderbar, solange man nicht zum Fenster hinaus schaute. Plan A wäre gewesen - 6 Seen, herrliche Bergwelt rundum. Puuh - wir brauchen Plan B. Die Gruppe ist mega flexibel und neugierig dazu. Wir haben uns entschieden den vormittag in Red Bulls Hangar 7 troken zu verbringen. Einige fanden es sehr spannend, Diane fand den Kakao ganz gut :-). Wir nutzten die Regenlücke und packten in Nähe Neumarkt die Räder aus. Trocken kamen wir zum Mittagessen am Irrsee. Bis zum Mondsee wurde es etwas nass. Die Sound of Music Kirche, wo die Hochzeit der Trapps stattfand, entschädigte uns aber für alles. Ein letztes Foto am Mondsee und dann machten wir uns bereit für einen ziemlich langen Anstieg. Wunderschöne Blicke - eigentlich, wenn die Wolken nicht so tief hängen würden. Nach ein paar km erreichen wir unser Hotel hoch über dem Fuschlsee und alle sind guter Stimmung. Plan B war - Hangar 7, drei Seen, ein gutes Mittagessen und viel Spaß. Für die Wettervorhersage die wir hatten war das eine ziemlich gute Ausbeute.
Regen, Pizza und ein Sonnenstrahl zum Schluss Heute wartet die Königsetappe auf uns – die anspruchsvollste Tour der Woche. Die Wetterprognose? Leider alles andere als vielversprechend. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen und wählen eine alternative Strategie: Statt direkt in die Pedale zu treten, starten wir mit einer Schifffahrt über den malerischen Wolfgangsee. Unsere Hoffnung: Währenddessen bessert sich das Wetter. Und tatsächlich – das Glück ist auf unserer Seite! In St. Wolfgang schwingen wir uns gut gelaunt auf unsere Drahtesel und nehmen Kurs Richtung Bad Ischl. Aber es dauert nicht lange, da holt uns der Regen wieder ein. Vielleicht waren wir einfach zu gemütlich unterwegs? Egal. Wir sind bestens wasserdicht ausgerüstet und treten weiter in die Pedale. Al bringt es auf den Punkt: *“I am actually enjoying this!”* – und das trifft die Stimmung ziemlich gut. Nach einer Stärkung mit knuspriger Pizza geht’s in den letzten Anstieg des Tages, bevor wir schließlich unser heutiges Ziel erreichen: den wunderschönen Traunsee und unser Quartier beim *Hoisnwirt*. Und dann passiert das Unerwartete: Die Sonne zeigt sich – ja, wirklich! Ein Drink auf der Terrasse, mit Blick auf den See und umrahmt von sanften Sonnenstrahlen. Die Wolken ziehen weiter, und wir sind uns einig: "Was für ein großartiger Tag." Trotz Regen, trotz Wolken, trotz fehlender Fernsicht – oder vielleicht gerade deswegen?
Kaum zu glauben, die Sonne scheint!! Das Schiff legt um halb 10 h an unserem Hotel an - was für ein Service - und bringt uns nach Ebensee. Entlang der Traun radeln wir nach Bad Ischl. Die Kaiservilla und natürlich der Zauner Stollen stehen auf dem Programm. In Bad Goisern biegen wir links ab. Es geht entlang des südlichen Ufers des Hallstätter Sees. Hier gibt es keine Autos, nur Fahrräder, Wanderer und wunderschöne Blicke auf den See. In Hallstatt lernen wir was Drohnen und Instagram aus einem idyllischen Dörfchen machen können. Die Geschichte des Beinhauses beeindruckt alle sehr. Gestärkt radeln wir aus Hallstatt hinaus und meistern den letzten Anstieg zum Gosausee mit dem mächtigen Dachstein Gebirge im Hintergrund. Humboldt hat ihn als den schönsten See der Welt bezeichnet, als das Auge Gottes, tja und Humboldt muss es ja wissen.
Heute verlassen wir das malerische Gosau und nehmen gleich zu Beginn die erste Herausforderung in Angriff: den Anstieg zum **Pass Gschütt**. Der Weg nach oben fordert unsere Beine, doch die Belohnung folgt auf dem Fuße – eine lange, ruhige Abfahrt durch eine abwechslungreiche Landschaft. Schön ist es hier. Still. Authentisch. Fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Ein besonderer Moment erwartet uns am tosenden Aubachfall – mitten im Wald, ganz allein, ohne Trubel. Hier legen wir eine kleine Rast ein und stärken uns für den nächsten Anstieg. Wieder geht es bergauf, und wieder werden wir reich belohnt: Fast verkehrsfrei gleiten wir durch eine idyllische Alpenkulisse. Das Panorama öffnet sich weit – mit herrlichem Blick ins Salzachtal und auf die Gebirgsketten im Westen. Bei unserer Ankunft in **Bad Vigaun** wartet Ursula schon mit einer (schmerzvoll) vorbereiteten Mittagsjause im blühenden Garten – ein kleines Fest für alle Sinne. Wir genießen die Sonne, das Essen und die Pause. Am Nachmittag geht es mit dem Auto weiter zu einem geschichtsträchtigen Ort: Hitlers Teehaus auf dem Kehlstein. Die Aussicht von dort oben ist spektakulär – ein 360°-Blick auf die Bergwelt. Und doch liegt über allem ein anderer Ton. Die Geschichte des Ortes berührt uns, macht nachdenklich, gibt dem Tag eine ungeahnte Tiefe. Am Abend sind wir uns einig: Ein weiterer gelungener Tag.
Heute haben wir es gemütlich, denn wir bleiben noch eine weitere Nacht im Hotel Langwies und müssen nicht packen. Ausschlafen, ein herrliches Frühstück, trockenes Wetter - alles in allem ein perfekter Start in den Tag. Wir radeln nach Süden zur Burg Hohenwerfen. Ernst kümmert sich derweil um einen geplatzten Schlauch am Van. Hoch über dem Salzachtal liegt das 900 Jahre alte Schloss. Es beherbergt die Salzburger Falknerei, die eine beeindruckende Falkenschau bietet. Danach gibt es einen Rundgang durch das Schloss und wir bekommen eine Idee wie das Leben im Mittelalter war. Hier wurde Pech gekocht, Kanonen stehen zur Verteidigung bereit, Gefängnis und Folterkammer jagen uns einen Schauer über den Rücken. Am Schluss steigen wir auf den höchsten Punkt der Burg, auf den Glockenturm. Was für ein fantastischer Blick! Wie die wohl diese schwere Glocke hier herauf gebracht haben? Entlang der Salzach geht es zurück in unser wunderschönes Hotel.
Kaum zu glauben – schon ist unsere letzte Etappe angebrochen! Die Woche ist wie im Flug vergangen. Das Wetter zeigt sich wieder von seiner launischen Seite, aber wir lassen uns den Abschluss unserer Tour ganz bestimmt nicht vermiesen. Regen hin oder her – wir treten motiviert in die Pedale! Erster Stopp: Hallein. Dort geht’s hinauf zum Dürrnberg, wo wir das beeindruckende Salzbergwerk besuchen. Spannend zu sehen, wie hier seit über 2500 Jahren Salz gewonnen wird – echtes „weißes Gold“! Im mittlerweile fast vertrauten Nieseln fahren wir weiter Richtung Salzburg, mit einem kurzen Abstecher zum Schloss Hellbrunn. Aufgrund des Wetters halten wir uns dort nicht lange auf, doch die barocke Pracht beeindruckt trotzdem. Dann heißt es: Endspurt entlang der Salzach bis ins Herz von Salzburg – und direkt zu unserem Hotel. Beim gemeinsamen Abschiedsdinner lassen wir die Woche Revue passieren: herrliche Strecken, tolle Erlebnisse, jede Menge neue Eindrücke und tolle Gespräche – und das alles trotz (oder gerade wegen?) des Wetters. Mit Recht dürfen wir stolz auf uns sein! Es war eine wunderbare Zeit mit euch – danke für den Spaß, die gute Stimmung und diese abwechslungsreiche und unvergessliche Tour. Ursula & Ernst
